Ein Ausflug in die Zukunft - 4 Westler in Karlsruhe

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Unsere Pfarrgemeinde West

Wie attraktiv ist das „Neue kirchliche Ehrenamt“? Dazu wollte eine Gruppe von vier Eh­renamtlichen aus dem Freiburger Westen mehr erfahren und fuhr deshalb am 22. Ok­tober 2011 zum Zukunftskongress „Gemeinsam. Glauben. Gestalten.“ nach Karls­ru­he. Die Reisenden erlebten einen Tag mit interessanten Informationen, schö­nen Be­­gegnungen und nachhaltigen Eindrücken.

Großer Andrang bei der Anmeldung zum Zukunftskongress (Foto: ekiba)Bei einem der Auftakt-Vorträge vernahmen die Besucher die ermutigende Kunde, dass die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement keineswegs abge­nom­men ha­be. Im Unterschied zu früheren Zeiten seien die Menschen aber weniger dadurch mo­tiviert, anderen etwas Gutes zu tun, als vielmehr, sich selbst gestalterisch einzu­brin­­gen. Wichtig sei die Art und Weise der Ansprache bei der Kontaktauf­nah­me. Die Auf­gabenverteilung müsse auf die Stärken der interessierenden Personen ein­gehen und das Ausmaß der Aktivitäten sei so zu dosieren, dass die Freude am En­ga­ge­ment erhalten bleibt.

Ein Mitglied der Reisegruppe lauschte der Podiumsdiskussion „Altes neues Ehren­amt“ mit u.a. der Präsidentin des Deutschen Evangelischen Kirchentages Dr. Ellen Über­schaer. Zwei andere Ausflügler suchten sich aus 20 Foren mit Titeln wie: „Denn sie wissen, was sie tun!“ oder „Ohne Moos nix los!“ das Forum „Bach oder Bohlen?“ aus. Der vierte Freiburger reihte sich bei „machst-du-mit.de?“ ein. Hier referierte u.a. Con­stantin Knall, ursprünglich aus Landwasser, als Leiter der Hel­fer­dienste beim Kir­chen­tag über die Gewinnung und den Einsatz Ehrenamtlicher bei die­sem zwei­jähr­li­chen Großereignis. Die Quint­essenz: Helfer bewusst vernetzen und das Netz selbst­ver­ständlich gut pflegen! Die Pfadfinder waren hier offenbar immer ein kon­stan­ter und zuverlässiger Faktor.

In den Pausen zwischen Arbeiten und Essen konnten Infostände besichtigt werden, und zwar in einer derartigen Vielzahl und Vielfalt, dass die Zeit nicht reichte, alle an­zu­­schauen. Und dann gab es die fast 40 Initiativen, die ihre ehrenamtlichen Projekte vor­­stellten und sich um den Zukunftspreis „Evangelisches Ehrenamt“ bewarben. Was die Nachmittagsforen betraf, so verteilte sich die Gruppe im Verhältnis 1:3 auf die An­ge­­bote „Gott im Alltag entdecken“ und „Gern und überzeugend vom Glauben spre­chen“. Letzteres Thema er­freute sich eines so großen Interesses, dass die Men­schen in dem nicht gerade klei­nen Saal dicht gedrängt saßen und gebannt den je­weils kurzen Ein­füh­rungs­re­fe­ra­ten zuhörten. Und nach jedem Impuls waren die Be­su­cher selbst dran, um sich mit den jeweiligen Nachbarn zur rechten und oder linken über die jeweils an­ge­schnit­te­nen Fragen des Glaubens auszutauschen. Gewinnen wir neue Aktive in der Ge­mein­de, wenn wir Glaubenskurse anbieten? Glücklich, an ei­nem offensichtlichen Highlight des Kongresses teilgenommen zu haben, wechselte die Teilnehmerschar zum Schluss­gottesdienst. In dessen Rahmen wurden die Ge­win­ner des „Zukunftspreises Eh­renamt“ prämiiert. Die Wahl der Jury fiel auf die Frau­en­initiative „Lebendiges Netz­werk“ aus Singen. Die Kongressbesucher votierten mehr­heitlich für ein Seni­oren­netz­werk aus dem Musikgeragogischen Bereich. Mit der da­bei verwendeten Veeh-Harfe sind auch Menschen, die kein Instrument spielen oder aufgrund von Demenz o.ä. kein Instrument mehr spielen können, in der Lage, Me­lodien erklingen zu lassen.

Eine brillante Predigt von Prof Herbst aus Greifswald bildete den Höhepunkt des Got­tes­­dienstes. Im Anschluss an das Lied „Gut, dass wir einander haben …“ wurden an alle Gottesdienstbesucher die Schals zum Jahr der Taufe ausgegeben.

In der Zu­ver­sicht, dass dieser gelungene Kongress viele Anstöße für den weiteren Aus­bau des Ehrenamtes in den Gemeinden unserer Landeskirche gegeben hat, tra­ten die vier Ausflügler die Heimreise an.